Die Ermittlung der Geländeoberkante 1945 (GOK 1945) ist bei Kampfmitteluntersuchungen in NRW essenziell, da sie die Bezugsebene für das Gefährdungsband bildet – typischerweise bis 8 Meter Tiefe, sofern kein anstehender Fels vorliegt. Ohne genaue GOK 1945 kann die Sondierung unvollständig sein, da nachkriegszeitliche Aufschüttungen das historische Niveau verschleiern.
Warum die GOK 1945 entscheidend ist
Die GOK 1945 markiert den Stand der Geländeoberkante (d.h. der Höhe des Bodens) zum Kriegsende am 8. Mai 1945. Moderne Bodenniveaus weichen oft ab durch Auffüllungen, Erdarbeiten oder Bebauung – die Sondierung muss daher ab dem „sauber gewachsenen Boden“ (natürlicher Untergrund ohne Störungen) stattfinden. Dieser Begriff beschreibt den unversehrten Kriegsboden unter Aufschüttungen, auf dem Blindgänger oder andere Kampfmittel erhalten geblieben sein könnten.
Eine falsche Ermittlung der GOK 1945 führt bei der Räumung in NRW zu unvollständiger Abdeckung des Gefährdungsbandes: Wenn die Sondierung nur bis zum aktuellen Boden (z. B. Aufschüttungen) geht, statt bis zum sauber gewachsenen Kriegsboden, bleiben Blindgänger oder Fragmente unentdeckt und die Freigabe ungültig. Dies erhöht das Risiko späterer Funde während Bauarbeiten, mit Evakuierungen, Kostenexplosion und Haftungsansprüchen für den Bauherrn.
Konkrete Auswirkungen
- Kosten & Verzögerungen: Zusätzliche Sondierungen oder Räumflächenvergrößerungen (z. B. +5 m Rand) verlängern Projekte um Wochen oder Monate.
- Unvollständige Räumung: Das Gefährdungsband (bis 8 m unter GOK 1945) wird unterschätzt; postkriegszeitliche Auffüllungen kaschieren echte Belastungen, was zu Nachräumungen zwingt.
- Haftungsrisiken: Ordnungsbehörden und KBD fordern Nachweis bis GOK 1945; Fehler können Strafen Schadensersatz auslösen.
Vorgehen in NRW
Ordnungsbehörden und KBD fordern bei Anträgen oft eine historische Geländeeinschätzung (z. B. via Luftbilder, Karten, Zeugenaussagen). Bei Sondierungen muss die Fläche bis GOK 1945 abgezogen werden, inklusive 5m Zuschlagsfläche – Hindernisse wie Bewuchs oder Versiegelungen sind zu entfernen.
KMB Consulting NRW unterstützt bei Ermittlung: Wir rekonstruieren die GOK 1945, koordinieren Abtragungen bis zum sauber gewachsenen Boden und sichern die behördliche Freigabe – für präzise und haftungssichere Untersuchungen.
